Sonntag, 4. Mai 2014

Ausbildung FABE Teil 2



Liebe Leserinnen und Leser

In meinem letzten Blogeintrag (http://lbbp1314.blogspot.ch/2014/05/ausbildung-fabe-teil-1.html) ging es um die Rahmenbedingungen der FABE’s. Heute gehe ich darauf ein, was denn eine FABE in ihrem Betrieb können sollte.

Die Kinder in der Kita sind nicht einfach nur da. Die FABE’s hoffen nicht einfach, dass der Tag möglichst rasch und unkompliziert vorbei geht. Die Kinder erhalten in der Regel eine altersgerechte und angepasste, individuelle Förderung in ihren jeweiligen Entwicklungsaufgabe. Dies sind anspruchsvolle Aufgaben, die eine FABE zu bewerkstelligen hat. Voraussetzung, damit diese Aufgabe übernommen werden kann ist, dass die FABE ein fundiertes pädagogisches und psychologisches Faktenwissen und, fast noch wichtiger, prozedurales Wissen aufweisen kann.

Darauf richtet sich die Ausbildung an der Berufsfachschule natürlich aus. Neben allgemeinbildendem Unterricht und Sport besuchen die angehende FABE’s eine Reihe an berufskundlichen Fächern.

Ausgangslage dieser berufskundlichen Fächer sind Pädagogik, Psychologie, Soziologie und ein wenig Betriebsmanagement. Die FABE’s lernen einerseits die Grundlagen der Organisation und Handhabung eines Betriebes respektive einer Kita, andererseits erhalten sie auch Einblick in das Sozialsystem der Schweiz. Den Kern bilden aber pädagogische und psychologische Themen. Entwicklungspsychologie ist dabei eines der Themen, die am Anfang der Ausbildung stehen und den Grundstein für weitere Themen bilden. Die SuS müssen erkennen, dass die Kinder in unterschiedlichen Altersstufen unterschiedliche Aufgaben lösen müssen und ihnen dabei unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung stehen.

Einen detaillierten Lehrplan findet man bei den entsprechenden Berufsfachschulen respektive beim Dachverband Savoir Sovial unter http://savoirsocial.ch/grundbildung-fabe/schulerinnen-und-berufsinteressierte/ausbildung/bildungsplan-fabe-version-2011_d.

Insgesamt also leisten die FABE’s in allen drei Fachrichtungen einen ausserordentlich wichtigen Beitrag für das Wohl der Betreuten Personen. War der Beruf früher eher als „ein bisschen aufpassen“ verschrien, ist die Ausbildung heute sehr professionell und die Anforderungen der Gemeinden für die Zulassung und Betreibung einer sozialen Einrichtung klar geregelt.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich euch einen kleinen Einblick in das Leben einer FABE vermitteln konnte. Ich denke, dass viele von uns evtl. einmal in Kontakt mit einer FABE kommen werden, sei es durch das eigene Kind, das in eine Kita oder einen Hort geht, oder die Eltern, die irgendwann einmal im Altersheim deponiert werden :)

Liebe Grüsse

S*

1 Kommentar:

  1. Lieber S*

    Du sprichst an, dass die Ausbildung von FABE Betreuungspersonen immer umfangreicher wird und ein grosses Wissen vor allem im pädagogischen und psychologischen Bereich vorhanden sein muss. Ich finde es bedeutsam, dass Betreuungspersonen von Kleinkindern über ein derartiges Wissen verfügen. Was ich aber eher erschreckend finde, ist, "dass die Kinder in unterschiedlichen Altersstufen unterschiedliche Aufgaben lösen müssen und ihnen dabei unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung stehen". Das heisst, die Betreuungspersonen müssen den Kindern altersspezifische und -gerechte Aufgaben erteilen. Ich bin der Meinung, dass man ein Hintergrundwissen über die Entwicklung von Kindern haben soll und wissen sollte, in welcher Lebensphase welche Fähigkeiten und Fertigkeiten bei Kindern besonders ausgebildet werden, so dass man sie fördern kann. Jedoch darf es nicht sein, dass Kinder Aufgaben bewältigen sollen, als wären sie schon fast in der Schule. Sie sollten so oft wie möglich frei spielen können. Klar braucht es dafür geeignete Ressourcen, mit "Aufgabenlösen" hat es aber nichts zu tun.

    Liebe Grüsse
    Maria

    AntwortenLöschen