Guten Tag ihr Lieben
In meinem letzten Blog http://lbbp1314.blogspot.ch/2013/12/prufen-und-bewerten-berufsfachschulen.html
bin ich auf die Gütekriterien von Prüfungen eingegangen. Hier möchte ich auf
die Leistungsmessung eingehen, genauer auf die verschiedenen Arten von
Leistungsmessungen. Die Grundlage dafür bildet wieder das Buch Unterrichten an
Berufsfachschulen – Berufsmaturität von Claudio Caduff, Walter Mahler und
Daniela Plüss aus dem Jahr 2009.
Unterschieden werden können
Leistungsmessungen auf diverse Arten. Einerseits unterscheiden die Autoren
zwischen summativen und formativen Tests
respektive Evaluationen (Caduff et al 2009 S. 114). Unter summativen Tests sind
die uns allen bekannten Prüfungen im klassischen Sinn zu verstehen. Diese beurteilen
im Nachhinein (retrospektiv) das von den SuS gelernte. Formative Tests haben
dagegen eher einen vorausblickenden (prospektiven) Charakter. Die Autoren
sprechen an dieser Stelle von Lernkontrollen (ebd.).
Eine andere Unterteilung ist diejenige in mündliche und
schriftliche Prüfungen. Letztere „bestehen vorwiegend aus Bearbeitungsaufgaben,
die vor allem Kenntnisse und Fertigkeiten testen“ (a.a.O., S. 123). Bei einer
mündlichen Prüfung wird der Fokus ebenfalls auf Kenntnisse und Fertigkeiten
gelegt. Zusätzlich wird aber auch das Verhalten während der Prüfung beachtet. Unterschieden
werden kann bei mündlichen Prüfungen zwischen klassischen Frage-Antwort
Prüfungen, einer Präsentation, einem Dialog respektive einer Diskussion und dem
Stellen einer Problemfrage (ebd.).
Um den Anforderungen des Neuen Rahmenlehrplans für die
Berufsmaturitätsschulen (http://www.sbfi.admin.ch/themen/01366/01379/01571/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDfX94g2ym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--)
gerecht zu werden muss das Verständnis von Leistung zuerst einmal erweitert
werden (a.a.O., S. 127). Die Autoren plädieren dabei für die Anerkennung von
Prozessleistungen, für einen dynamischen Leistungsbegriff, für die Beteiligung
der Lernenden und der Betrachtung der Leistungen an sich. Auch sollen
Methodenkenntnisse und der Aufwand mit berücksichtigt werden.
Eine Art der Leistungsmessung,
die mich persönlich aufgrund der
kreativen Möglichkeiten, der Eigenverantwortung und der Handlungsorientierung
besonders interessant dünkt ist die Portfolioarbeit. Dazu mache ich in der
Fachdidaktik Pädagogik/Psychologie eine Vertiefung. Mit dem Thema
Leistungsmessung generell werde ich mich in der Fachdidaktik Geschichte ebenfalls
nochmals auseinandersetzen.
Schlussendlich denke ich, dass
sich für mich in der Praxis die für mich und meine SuS ideal Lösung einer
Leistungsmessung finden wird. Ich bin jedoch sehr froh darum, bereits jetzt
einen theoretischen Background darüber zu besitzen und meine nächsten Prüfungen
reflektierten zu erstellen.
Lg
S*
Lieber S*
AntwortenLöschenIch habe bisher noch keine Schülerleistung gesprüft oder bewertet und bin gespannt, wie ich das im Erfahrungspraktikum meistern werde ;)
Im BUA bei Peter Heiniger haben wir ausserdem noch die 4 Bezugsnormen der Bewertung kennen gelernt:
Kriterienorientierte Bezugsnorm: Lineare Bewertung mti einem Notenmassstab
Statistische Bezugsnorm: Die Leistungen werden normalverteilt
Soziale Bezugsnorm: Die Leistung des Einzelnen wird nach dem Verhältnis zur Leistung einer Gruppe beurteilt.
Persönliche Bezugsnorm: individueller Lernzuwachs eines einzelnen Schülers wird beurteilt. (Vorher wird mit Nachher verglichen)
Mich würde interessieren, welche Bezugsnorm dir am ehesten entspricht ;)
Hi Caroline
AntwortenLöschenEin gutes neues Jahr, du bist ja schon früh im 2014 sehr fliessig. Vielen Dank für deinen Beitrag.
Ich persönlich habe bereits einige Prüfungen abgenommen. Für mich hat sich als ganz praktikabel die soziale Bezugsnorm, aber auch wenn immer möglich die persönliche Bezugsnorm als eigentlich Ideal erwiesen. Ideal weil wir an der Schule vorgaben haben und in der gesamten Fachschaft die Bewertung linear per Notenmasstab erfolg. Aber immer wenn möglich (Portfolioarbeit, Referate, ...) versuche ich, andere Bezugsnormen einfliessen zulassen.
Liebe Grüsse
S*
Hallo S*
AntwortenLöschenVielen Dank für deinen Blogeintrag. Für mich ist er sehr wertvoll, da ich in meinem ersten Erfahrungspraktikum ebenfalls den Bereich "Beurteilung" näher unter die Lupe nehmen werde.
Ich habe eine Frage bezüglich den formativen bzw. vorausblickenden Tests. Kann dies so verstanden werden, dass der Test zur Abfragung des aktuellen Wissensstandes bzw. des Vorwissens der Schülerinnen und Schüler dient? Würdest du bei solchen Lernkontrollen keine Note setzen? Diese Art von Tests werden wahrscheinlich oft überraschend für die Lernenden ausfallen. Dabei sollten sie nicht abgeschreckt oder verunsichert werden, sondern es soll mir als Lehrperson für die Unterrichtsvorbereitung helfen. Denn durch einen solchen Test kann ich angepasster auf den Lernstand der Schülerinnen und Schüler eingehen. Ich kann erkennen wie gross oder klein die Heterogenität in der Klasse ist und dementsprechend meinen zukünftigen Unterricht gestalten. Mein Fazit: Bei solchen vorausblickenden Tests würde ich keine Noten vergeben. Was ist deine Meinung dazu?
Liebe Grüsse
Maria
Hallo Sandro
AntwortenLöschenLeistungsmessung ist ein Thema, dass mich im Verlaufe meines ersten Praktikums als Sportlehrer an der Kantonsschule Frauenfeld beschäftigt hat. Um ehrlich zu sein, hat es mich während des ganzen Praktikums immer auf Trab gehalten. Da ich vor diesem Praktikum noch gar keine Ahnung hatte, was alles bei der Erstellung eines Leistungstests zu beachten ist, kostete mich dies einiges an Zeit. Normalerweise wird im Sportunterricht, um die Begriffe, die Caroline ins Spiel gebracht hat, aufzunehmen, eine kriterienorientierte und eine soziale Bezugsnorm verwendet. Dies versuchte ich dann auch zu machen, jedoch wollte ich auch, dass die Schüler, welche Einsatz zeigen und sich wirklich bemühen, jedoch leistungsmässig nicht sehr gut sind, doch noch eine Chance auf eine genügende Note haben. Dies stellte sich doch als ziemlich schwierig heraus, da es bei fast allen Sportprüfungen nun mal um die Leistung geht, die gezeigt wird. Vor allem bei Leichtathletiktests oder beim Geräteturnen ist es daher schwierig das Engagement noch in die Note miteinfliessen zu lassen, wohingegen bei Spielprüfungen das Engagement sehr wohl eines der Bewertungskriterien darstellen kann. Bis ich mich bei den einzelnen Sportarten für eine Bewertungsmethode entschieden habe, sind jeweils einige Stunden vergangen. Ich bin mir aber sicher, dass dies in meiner beruflichen Zukunft, nachdem ich einige Erfahrungen gesammelt habe, nicht mehr soviel Zeit in Anspruch nehmen wird. Ausserdem habe ich später als Sportlehrer, bei meinen eigenen Klassen, auch immer die Möglichkeit eine Engagementnote in die Gesamtnote miteinfliessen zu lassen, was es mir wohl erleichtern wird bei den einzelnen Leistungstests, Noten zu verteilen, die sich vor allem aus Leistungskriterien ergeben.
Ich hoffe, du hast bei deinen Praktika nicht mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie ich. :-)
Gruss Manuel